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Unser Gymnasium

Lernen, das Leben in seiner Fülle zu leben ….

Leben und Lernen am Gymnasium der Katholischen Marienschule Potsdam im Spannungsfeld von Bildungspolitik, Christlichem
Menschenbild und Bildungsstandards

Mit Beginn des Schuljahres 2008/2009 nahm die Katholische Marienschule Potsdam ihren Betrieb auf. Georg Kardinal Sterzinsky, der damalige Berliner Erzbischof, weihte die Schule feierlich ein. Seither besuchen Kinder und Jugendliche aus Potsdam sowie aus dem Brandenburger Umland und dem Südwesten Berlins die Marienschule: ein Schulzentrum mit einer Grundschule und einem Gymnasium inmitten eines schönen Areals zwischen Domstraße und Espengrund in Potsdam-Babelsberg – zwei Schulen unter einem Dach.

Inzwischen haben wir wichtige Etappenziele erreicht. Die Bauphase ist abgeschlossen. Der Weg von der staatlich genehmigten zur staatlich anerkannten Schule ist abgeschlossen, sowohl die Grundschule als auch das Gymnasium sind  anerkannt. Im Juni 2014 haben wir zum ersten Mal das Abitur abgenommen. Mit Beginn des Schuljahres 2016/17 steigt bereits der fünfte Jahrgang in das Kurssystem der Oberstufe ein. 

Gebaut wird fortan im Innern, an der pädagogischen Schulentwicklung. Wir haben die Arbeit am Schulprogramm vorangetrieben, das schulpastorale Konzept gefestigt und einen Prozess zur Konturierung der Schulkultur in Gang gesetzt, der 2013 in einem „Tag der Schulkultur“ seinen vorläufigen Höhepunkt gefunden hat. Initiiert von der Arbeitsgruppe „Schulkultur“ haben wir alle Lehrer, Eltern und Schüler der Marienschule eingeladen, um gemeinsam in diversen open-space Foren darüber zu sprechen, wie wir an dieser Schule miteinander umgehen wollen, was wir unter Toleranz, Respekt, Klarheit und Offenheit verstehen, wie wir Verantwortlichkeit definieren und wie man all diese Werte in der Schule umsetzen und leben kann. Die erzielten Ergebnisse werden Schritt für Schritt in die Aufbauarbeit unserer Schule implementiert, woran sich auch wieder Schüler, Lehrer und Eltern beteiligen. Mit all diesen Maßnahmen haben wir wichtige Voraussetzungen dafür geschaffen, worum es in einer Schule eigentlich geht: um das Lernen, um guten Unterricht. Längst sind wir auch zum ersten Mal als komplette Schule extern evaluiert worden.

Die Konkurrenz ist groß, die Erwartungen sind hoch und die Anforderungen steigen, so dass es gilt Auskunft zu geben darüber, was Leben und Lernen an der Marienschule bedeuten und auf welchen Ideen unsere pädagogische Arbeit basiert.

Das bildungspolitische Umfeld

Auch als katholische Privatschule arbeiten wir als Akteure in einer Bildungslandschaft, die seit Jahrzehnten Turbulenzen durchlebt. Das Abitur, einst erdacht als Reifeprüfung am Ende einer 13-jährigen Schulzeit, wird heute nach 12 Jahren erworben  und öffnet nicht mehr allein die Türen zu den Hochschulen, sondern ist längst auch Eintrittsbillet für eine Vielzahl von Ausbildungs- und Lehrberufen. Fast die Hälfte eines jeden Jahrgangs erwirbt auf verschiedenen Schulformen unterschiedliche Hochschulzugangsberechtigungen. Das markanteste Ergebnis dieses langen  gesellschaftlichen wie bildungspolitischen Ausdifferenzierungsprozesses ist eine früher nicht gekannte Heterogenität der Schülerschaft auch an den Gymnasien, die alle Schulen, ob staatlich oder konfessionell, vor große Herausforderungen stellt. Das trifft auch auf die Marienschule zu.

Die Bildungspolitik hat nach dem PISA-Schock im Jahr 2001 reagiert und den Schulen einen Kurswechsel verordnet. Zunächst wurden länderübergreifend Bildungsstandards festgelegt. Ferner beschlossen die Kultusminister, dass man die Schüler fortan dort abholen müsse, wo sie stehen - eine fatale Maßnahme, weil sie einhergeht mit der Annahme, die Abzuholenden seien vermindert bildungsfähig oder -willig und weil sie de facto gleichbedeutend ist mit einer Senkung des Anspruchsniveaus. Diese Vorgabe wurde  mit einem Paradigmenwechsel verbunden: Nicht mehr die Vermittlung von Bildung, Wissen und Inhalten soll heute die Aufgabe von Schule sein, sondern die Vermittlung von Kompetenzen - personalen, fachlichen, methodischen Kompetenzen. Unterricht soll sich kaum mehr an Zielen im Bereich des Fachwissens, sondern an erreichbaren Kompetenzen orientieren. Das bedeutet, dass im Fach Mathematik weniger das Verständnis der Bruchrechnung wichtig ist, sondern das Wissen, die Bruchrechnung und andere mathematische Herausforderungen mit geeigneten Hilfsmitteln selbständig zu lösen. Oder: Im Fach Deutsch spielen Rechtschreibung und Zeichensetzung nur mehr eine untergeordnete Rolle und wird nicht mehr die Kenntnis eines literarischen Werks verlangt, sondern die Schüler sollen in die Lage versetzt werden, bestimmte Operationen an diesem Werk vorzunehmen. D.h., dass im Englischunterricht z.B. nicht mehr Shakespeare gelesen wird, sondern gelernt werden soll, wie man Shakespeare liest.

Von der Einführung des Kompetenzbegriffs erhofften sich die Bildungspolitiker die Lösung (fast) aller Qualitätsprobleme schulischer Arbeit, doch hört man die Vertreter der Hochschulen oder von Handwerk und Dienstleitungsgewerben heute nicht weniger über zuweilen mangelnde Qualifizierungen und fehlende Fach- und Sozialkompetenzen von Schulabgängern klagen als vorher.

Die Einführung von Bildungsstandards im föderal strukturierten deutschen Schulwesen war ohne Zweifel notwendig, die Verabsolutierung des Kompetenzmodells aber hat längst nicht alle Probleme beseitigt, sondern sogar neue entstehen lassen. Genau hier ergeben sich für private Schulen Chancen, weil sie es in ihren Schulprogrammen nicht bei der Kompetenzorientierung allein belassen müssen, sondern die staatlichen Vorgaben um ganzheitliche Aspekte von Bildung und Erziehung ergänzen können. Davon soll nun die Rede sein.

Kompetenzen plus Ganzheitliche Erziehung

Vor einiger Zeit tagte in München der Bundeskongress katholischer Schulen. Auf der Tagesordnung stand der Bildungs- und Erziehungsauftrag katholischer Schulen. Vor allem die Relation von Bildung und Erziehung wurde geprüft. Nicht ganz unerwartet war das Ergebnis, dass Erziehung in der Schule unerlässlich sei, wenn auch der primäre Erziehungsauftrag selbstverständlich bei den Eltern und Familien liege. In diesem Zusammenhang leiste die Kirche, so der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Erzbischof Robert Zollitsch auf der Tagung in München, einen unverzichtbaren Dienst an der Gesellschaft, indem sie mit ihren Schulen das Angebot, das der Staat den Eltern mache, erweitere.

Dieses Angebot nehmen in Deutschland die Eltern von etwa 370.000 Schülern wahr und übertragen so den Schulen einen Teil ihrer Erziehungsverantwortung. Offensichtlich erwarten sie trotz aller gelegentlichen Irritationen von den katholischen Schulen mehr als von staatlichen Schulen: neben dem Erwerb von Kompetenzen eine fundierte Bildung ihrer Kinder inklusive einer Erziehung, die auf dem christlichen Menschenbild basiert. Das Verständnis des Menschen als Ebenbild Gottes begründet nämlich erst den Glauben an die besondere Würde jedes einzelnen Menschen – mit Konsequenzen für die unterrichtliche Arbeit.

Bei der Erziehung, auf die sich katholische Schulen über die Vermittlung der in den Rahmenlehrplänen verlangten Kompetenzen hinaus verpflichten, geht es „um die Ausbildung der menschlichen Person, um ihn oder sie zu rüsten, das Leben in seiner Fülle zu leben“, so formulierte es der emeritierte Papst Benedikt XVI. gegenüber Vertretern des Bildungswesens während einer Pastoralreise nach England.

Zu lernen das Leben in seiner Fülle zu leben - was bedeutet das? Es bedeutet, dass die Erziehung auf die ganze Person abzielen muss, darauf, die intellektuellen, sozialen, emotionalen und spirituellen Potenziale von Kindern und Jugendlichen zu wecken, die für ein ganzes Leben reichen. In Zeiten, in denen sich immer mehr Gewissheiten auflösen, in denen weltweite Umwälzungen jeden Einzelnen erfassen, in denen alte Berufsbilder verblassen und die Entwicklung neuer wichtiger ist denn je, in denen junge Erwerbstätige sich auf viele Berufswechsel im Laufe ihres Lebens einrichten müssen –  in solchen Zeiten reicht es nicht, junge Menschen nur auf Sichtweite und allein für die Anforderungen einer Gesellschaft auszubilden, von denen keiner weiß, wie lange diese Anforderungen Konjunktur haben.

Unsere Schüler verlassen die Schulen mit einem Bündel von Kompetenzen wie alle anderen Jugendlichen auch, aber idealerweise erwerben sie mehr. Dieses Mehr lässt sich auf einen Begriff bringen, der seit PISA als nicht mehr zeitgemäß in den bildungshistorischen Fundus verbannt worden ist: Bildung.

Benedikt XVI. hat mit dem zitierten Satz an bildungstheoretische Diskussionen über die intelligiblen Fähigkeiten des Menschen in der Zeit um 1800 angeknüpft. Schon damals äußerte Friedrich Schiller Unbehagen darüber, dass die Menschen nur noch zu bestimmten Zwecken erzogen würden. Freiheit und Selbstentfaltung blieben dabei auf der Strecke, der innere Zwang zur Selbsttätigkeit (ein wichtiger Begriff auch in der modernen Pädagogik und Didaktik) werde unterdrückt. Kaum anders formulierte es Wilhelm von Humboldt, als er das preußische Bildungswesen neu ordnete. Auch Rudolf Steiner oder Maria Montessori sind hier zu nennen, die beide auf eine ganzheitliche Erziehung setzten und deren Konzepte heute mehr gefragt sind denn je. Aus katholischer Perspektive hinzuzufügen ist hier ein ganzheitliches Bildungskonzept. Es braucht heute eine Bildung und Erziehung, die der Paderborner Erzbischof Hans-Josef Becker, der Vorsitzende der Kommission für Erziehung und Schule der Deutschen Bischofskonferenz, jüngst so zusammengefasst hat: „Bildung in unserem Verständnis zielt auf die Entwicklung der Persönlichkeit, und zwar nicht nur in ihrer kognitiven, sondern auch in ihrer emotionalen, soziologischen, motorischen und nicht zuletzt religiösen Dimension“ (vgl. Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz, 12.5.2011, S. 3).

Niemand bezweifelt die Wichtigkeit von Kompetenzen, doch zielen sie zu sehr auf die Gegenwart, auf Unmittelbarkeit, auf schnellen Erfolg. Bildung zielt darüber hinaus. Nur wer seine Sachkompetenz, seine sozialen oder methodischen Kompetenzen in disziplinäre wie gesellschaftliche Zusammenhänge einordnen kann, wer in Zeiträumen zu denken gelernt hat – und zwar zurück in die Geschichte wie hinaus in die Zukunft – kann auch die Gegenwart richtig einschätzen, sie verstehen und richtungsweisende Entscheidungen treffen. 

Insofern haben wir an der Marienschule im Rahmen unseres Schulprogramms ein Pädagogisches Konzept entwickelt, das unseren Schülerinnen und Schülern ein hoffentlich tragfähiges Fundament für die Fülle ihres Lebens bietet. Ein Konzept, von dem wir uns versprechen, dass sie die Schule als gebildete Persönlichkeiten verlassen, die für sich selbst und für ihre Mitmenschen sowie für kommende Generationen und die Schöpfung Verantwortung übernehmen. 

Thomas Rathmann

Das pädagogische Konzept des Gymnasiums

Der Heterogenität unserer Schülerschaft begegnen wir mit einer Individualisierung der Lernprozesse, die wir durch unterschiedliche offene Unterrichtsformen (z.B. Stationenlernen, Wochenplan, Lerntheken, Freie Stillarbeit und Freie Studien) sicher stellen. Zudem führen wir sowohl fächer- als auch klassenübergreifende Projekte sowie Projekte und Fahrten durch, die neben dem Erwerb von Wissen die Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit für den Lernprozess fördern und die soziale Kompetenz unserer Schüler stärken.

Methodentraining ist ein integraler Bestandteil der Stundentafel. Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern ein Repertoire von Methoden an die Hand zu geben und sie fortführende Erfahrungen über den gezielten und gesteuerten Einsatz von Strategien machen zu lassen. Sie sollen sich bewusst werden, dass bestimmte Techniken existieren, mit Hilfe derer man Aufgaben schneller und effektiver bewältigen kann. So werden die Schülerinnen und Schüler für den gezielten Einsatz der für sie günstigen Lernwege sensibilisiert und in der Individualität ihres Lernverhaltens gestärkt. Im Zusammenwirken mit der Grundschule haben wir einen Methodenplan von der 1. bis zur 12. Klasse entwickelt.

Auch das Aufsuchen außerschulischer Lernorte, das Einbeziehen von Experten aus dem außerschulischen Umfeld sowie die Teilnahme an Projekten, wie etwa am Projekt „Jugend und Wirtschaft“ der Frankfurter Allgemeinen Zeitung oder einer Kooperation mit dem Hasso-Plattner-Institut in Potsdam bereichern das schulische Leben und erweitern den Horizont unserer Schüler. Ebenso nehmen wir bereits mit großem Erfolg teil an den Wettbewerben von „Jugend debattiert“.
 

Neben den curricular bedingten Vorgaben wird in der 7. Klasse in den Hauptfächern während dreier Epochen über das Jahr verteilt Freie Stillarbeit (FSA) durchgeführt, die in der 8. bis 10. Klasse durch Freie Studien (FS) ersetzt wird. Auch hier arbeiten die Schüler in mehreren Epochen über das Schuljahr verteilt an nun schon komplexeren offenen Aufgaben, die mehrere Lösungsmöglichkeiten zulassen. Ziel ist auch hier das Einüben von Eigenverantwortlichkeit für den Lernprozess. In der 9. Klasse sind alle Fächer bei den FS zugelassen, weil die Arbeit in den FS für die Anfertigung der Facharbeit genutzt werden kann.

Die Schule stellt durch kontinuierliche pädagogische Gespräche sicher, dass Leistungsentwicklungen rechtzeitig erkannt und unterstützt werden. In möglichst vertrauensvoller Zusammenarbeit findet ein regelmäßiger Austausch mit den Erziehungsberechtigten statt. Sie werden in das Schulleben umfassend eingebunden. Elternabende und individuelle Beratung sind unverzichtbare Bestandteile des Miteinanders. Mindestens ein Mal pro Schuljahr finden thematische Schul-Elternabende mit Vorträgen von Experten statt. Diese Abende zu pädagogischen, religiösen, bildungspolitischen oder entwicklungs-psychologischen Themen tragen zum regen Austausch in der Elternschaft und zum Erleben einer echten Schulgemeinschaft bei. Eltern unterstützen die Schule auf vielfältige Weise.
Ihrem Alter entsprechend werden die Schüler im Religionsunterricht mit den Inhalten des christlichen Glaubens vertraut gemacht; zudem werden ihnen Kenntnisse der anderen Religionen vermittelt. Dabei ist es wichtig, dass die Jugendlichen zu einer eigenen Glaubensentscheidung gelangen und Toleranz gegenüber anderen Religionen und Weltanschauungen lernen.

Seit die Katholische Marienschule auch einige geflüchtete muslimische Jugendliche aufgenommen hat, findet das Kennenlernen anderer Religionen auch direkt in der Schule statt. Zudem gibt es eine enge Kooperation mit dem Verein "Flüchtlingshilfe Babelsberg".  

Unsere Lebenswelt hält für Jugendliche viele Chancen bereit, auf die wir unsere Schüler aufmerksam machen. Nicht aus dem Blick geraten bei uns aber auch die vielen Risiken, auf die wir reagieren, indem wir Organisationen wie Innocence in Danger oder Beratungsprofis von der Caritas zu Präventionsseminaren in die Schule einladen.
 

Um dem Bildungs- und Erziehungsauftrag gerecht zu werden, sind eine solide fachliche und soziale Kompetenz sowie Methodenvielfalt bei den Unterrichtenden unverzichtbar. Dies wird gewährleistet durch regelmäßige Fortbildung und fachlichen Austausch in Teams und Konferenzen – an der Marienschule, im Verbund der katholischen Schulen im Erzbistum Berlin und im Rahman von staatlichen Fortbildungen in Berlin und Brandenburg.

Die Bildungspläne für die Klassenstufen 7 – 10 finden Sie als PDF-Datei Icon hier (236,0 KB) .

Unseren Methodenkompetenzplan können Sie Icon hier (104,3 KB) öffnen.