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"Ich habe den Krieg verhindern wollen" (Georg Elser)

Wie kommt ein Münchner Schreiner auf die Idee, ganz allein einen Diktator ermorden zu wollen, der sich anschickt, mit seiner Wehrmacht die ganze Welt in den Krieg zu reißen. Welche Motivation treibt den Attentäter an? Welche Zweifel muss er überwinden und wie ringt er mit seinem Gewissen, einen Mord zu verüben, um schlimmeres Unheil zu verhindern? Auf welche Weise setzt er seine Attacke ins Werk?

Längst ist klar: Am 8. November 1938 explodierte die Bombe im Münchner Bürgerbräukeller, doch Hitler hatte den Saal wenige Minuten zuvor verlassen und überlebte das Attentat. Am Abend desselben Tages wird Elser beim Versuch, in die Schweiz zu fliehen, an der Grenze festgenommen, identifiziert und ins Gefängnis geworfen. Nach langen Aufenthalten im KZ Sachsenhausen wird er kurz vor Kriegsende im KZ Dachau hingerichtet.

Zwei Schauspieler des Theaters odos aus Münster lassen am 17. Oktober 2013 die zahlreichen Zuschauer in der Aula der Marienschule all diese Fragen hautnah miterleben; sie zeigen, wie Elser verhört und verhöhnt wird und sie zeigen auch, wie am Ende die bundesrepublikanische Nachwelt Elsers Akt des Widerstands gegen den nationalsozialistischen Terror beurteilt.  

Nach dem Stück, das einmal mehr in Kooperation mit der Friedrich Naumann Stiftung an der Marienschule aufgeführt wurde, gab es eine Podiumsdiskussion. Auf dem Podium saßen die beiden Schauspieler, Konrad Haller, Tilman Rademacher sowie der Autor des Stücks, Heiko Ostendorf. Hinzu gesellte sich Sabine Friedrich, die Autorin des umfangreichen Romans über den deutschen Widerstand, „Wer wir sind“. Ferner war da Andreas Büttner, Landtagsabgeordneter im Brandenburger Landtag und Thomas Rathmann, der Schulleiter des Gymnasiums, der die Diskussion moderierte Zunächst standen Fragen nach der Inszenierung und nach dem schauspielerischen Handwerk im Vordergrund: Wie spielt man in einem Stück mehrere Figuren? Ferner standen zur Diskussion Fragen danach, auf welch unterschiedliche Weise die Geschichtswissenschaft auf der einen Seite und Literatur und Theater auf der anderen Seite sich des Themas Widerstand annehmen, welche künstlerischen Möglichkeiten es gibt, die Beweggründe von Menschen darzustellen, die den Mut haben, sich unter Lebensgefahr gegen ein verbrecherisches Regime zu wehren. Die Diskussion war für unsere Schule um so bedeutsamer, als wir seit einigen Monaten den Titel „Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“ verliehen bekommen haben.

Wie schon nach der Lesung von Sally Perel im Dezember 2012 verließen auch diesmal die Schülerinnen und Schüler, viele Eltern und Zuschauer aus Potsdam nachdenklich, doch zugleich bereichert die Schule, um noch lange weiter zu diskutieren.

Thomas Rathmann

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